In Bewegung

Wir machen Schluss mit der Empörungskultur und fragen radikal konstruktiv nach Verbesserungsideen für unsere offene Gesellschaft. 2019 waren wir dafür in zehn Städten und bei Festivals unterwegs: von Görlitz bis Aachen. Hier die Ergebnisse.

„Offene Gesellschaft? Ihr habt sie doch nicht alle!“ oder „Was hier passiert, sollte überall passieren!“–  Sätze wie diese haben wir 2019 im ganzen Land gehört, von Schwerin bis Passau. Denn wir waren unterwegs –  mit unserer interaktiven Ausstellung „Die offene Gesellschaft in  Bewegung“. Das Ziel: Schluss machen mit Ohnmacht und Untergang. Nutzen wir stattdessen das, was unsere Gesellschaft ausmacht: unsere Freiheiten und Rechte. Für jeweils mehrere Tage eröffnete die Wanderausstellung einen Raum zum Mitdenken, Mitreden, Ideen-Spinnen. Mehr als 30.000 Menschen aus allen Schichten, jeden Alters und verschiedenster Herkunft waren dabei, in unserer Ausstellung oder bei den vielen Aktionen rundherum.

Konkrete Utopien aus dem ganzen Land

Das Ergebnis: mehr als 1.400 Ideen von Bürger*innen und Bürgern, die wir mit einer eigenen Webseite vorstellen. Fünf Zukunftsthemen sind den Beteiligten besonders wichtig: von der Stadt der Umwelt bis zum Dorf der Demokratie.

 

Hier geht’s zu Ideenwebseite.

Was bisher geschah ...

Wie hat die Ausstellung funktioniert? Was haben wir bei unseren Gesprächen im ganzen Land gelernt? Hier der Überblick ...

#dafür

Die Freiheitsmaßnahme

Welche Ideen haben Menschen im Osten und Westen für eine bessere Gesellschaft? Projektleiterin Mascha Roth zieht eine Bilanz unserer Tour „Die offene Gesellschaft in Bewegung“.  

mehr
Menschen

Was das Land bewegt

Welche politischen Ideen haben Menschen, wenn man sie einfach auf der Straße danach fragt? Wir haben es getan und waren nicht selten überrascht. Die Auswertung zeigt eine große Bandbreite der Themen mit klaren Prioritäten.

mehr

Die Ausstellung

Ist das Kunst oder politische Werbung? Wer hat diese Büromöbel der Zukunft designt? Die Holzmodule unserer interaktiven Ausstellung konnten irritieren – und das sollten sie auch. So kamen die unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch darüber, wie sich die Gesellschaft verbessern lässt. Die Module im Überblick.

Dafür sein!

Unser Modul lud die Besuchenden dazu ein, von der Meinungs- und Protestfreiheit Gebrauch zu machen – zum Beispiel mit der Gestaltung von Plakaten. Wofür setze ich mich ein?

Frei entfalten!

Hier wurde abgestimmt und öfter auch freundlich gestritten: Wie viel Freiheit braucht unsere offene Gesellschaft und wie viel Sicherheit? Was ist wichtiger, damit sich jede*r frei entfalten kann? Stehen Freiheit und Sicherheit überhaupt im Widerspruch zueinander?

Chancengleichheit!

An der Privilegienmurmelbahn ging es um die eigene Verortung in der Gesellschaft. Wie privilegiert bin ich? Wofür kann ich diese Privilegien nutzen und was kann getan werden, um eine tatsächliche Chancengleichheit zu erreichen?

Einmischen!

Das heimliche Herzstück der Ausstellung: unser Archiv der gesammelten Ideen. Alle Besuchenden konnten hier ihre Lösungsvorschläge für aktuelle Probleme zu Papier bringen – und erfahren, was sich die anderen vorstellen. Am Ende reisten viele hundert Ideen durchs Land.

Zusammentun!

Sich versammeln, Vereine gründen, gemeinsame Sache machen – die Freiheit hierzu garantiert das Grundgesetz. Unsere (von allen ergänzbare) Karte zeigte, was das lokal bedeutet. Darauf zu sehen: die Gruppen und Organisationen der örtlichen Zivilgesellschaft – und ihr Programm rund um die Ausstellung.

Das Forum

Unsere Bühne für die offene Gesellschaft vor Ort. Hier fanden unzählige Gespräche und Debatten statt. Lokale Initiativen nutzten den öffentlichen Raum, um sich vorzustellen oder gleich eigene Formate umzusetzen. Die Themen reichten von der Arbeit mit Geflüchteten in Finsterwalde bis zur Zukunft der Europastadt Görlitz.

Was wir gelernt haben

Von dieser Reise kommen wir nun mit vielen hundert Ideen von Bürger*innen zurück, mit Erinnerungen an Hunderte Gespräche und Momente. Aber nicht nur das: Wir haben viel über dieses Land und seine offene Gesellschaft gelernt.

Gehen wir raus!

Die Angst, schon mit dem Thema Demokratie unnötig im öffentlichen Raum zu „provozieren“, ist leider schon weitverbreitet. Was ist, wenn die Wutbürger*innen auf der Matte stehen? Oder die Neonazis? „Ihr traut euch ja was!“ – das bekamen wir im Vorfeld der Tour oft zu hören. Ernsthaft? Ist der öffentliche Raum schon an die Fans der geschlossenen Gesellschaft verloren? Natürlich haben wir bei unserer Tour auch abschätzige Kommentare bekommen und so manches rassistisch-menschenverachtende Weltbild kennengelernt. Erlebt haben wir aber vor allem überraschend offene Menschen – von den Jugendlichen, die ihr Handy beiseitelegten und bis in die Nacht bei Bier diskutierten, bis zu den Rentnern, die mit ihnen dasselbe taten.

Fragen wir konstruktiv

Die längsten Gespräche hatten wir oft mit denen, die eine Menge Frust und auch Wut mit sich tragen. Ein Schlüssel für diese Gespräche sind konstruktive Fragen: „Was wünschen Sie sich denn? Wie wäre es besser? Wir waren selbst oft überrascht, wie diese Fragen die Atmosphäre ändern, ein ganz anderes Gespräch eröffnen können.

Die Expertise der Bürger*innen nutzen

Für jedes erdenkliche Thema gibt es Expert*innen, die Politik und Wirtschaft beraten. Viel zu selten werden aber die Bürger*innen selbst als Expert*innen wahr- und ernstgenommen. Dabei wissen sie nicht nur oft am besten, wo Probleme liegen, sondern haben auch Verbesserungsideen. Wer als Pflegekraft arbeitet, weiß, was es braucht, um die Situation in den Krankenhäusern und Altenheimen zu verbessern. Und wer sich täglich durch den Berufsverkehr kämpft, hat Vorschläge, wie es schneller und nachhaltiger ginge.

Die Zivilgesellschaft ist stark!

Möglich gemacht haben die Tour rund 125 zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen vor Ort. Sie haben mehr als 240 Veranstaltungen rund um die Stationen gestartet, von der Diskussion im Freiluftforum über den interaktiven Stadtspaziergang bis zum musikalischen Flashmob. Sie haben unermüdlich und zumeist ehrenamtlich Emails beantwortet, Flyer verteilt, Menschen mobilisiert, die Presse aktiviert. Wenn wir etwas gelernt haben, dann wie reich unsere Gesellschaft an lokalem Engagement und Gemeinsinn ist, wie leidenschaftlich sich Menschen an jedem Ort für eine lebendige Demokratie einsetzen.

Menschen

"Ganz oder gar nicht"

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. In unserem Fall sind es Geschichten von zivilgesellschaftlich Engagierten, die unsere Tour im ganzen Land erst ermöglicht haben. Besonders beeindruckt hat uns Maria Wischeropp von der BürgerStiftung Erfurt. Ein Gespräch.

mehr
Menschen

"An Ideen mangelt es wirklich nicht"

Finsterwalde – da denken manche an Sängerstadt und Lausitzer Seenland, andere an Strukturwandel und „Dunkeldeutschland“. Mit "Die offene Gesellschaft in Bewegung" waren wir dort und fragten mitten auf dem Marktplatz nach Forderungen und Ideen. Hat das was bewirkt? Ein Gespräch mit Bürgermeister Jörg Gampe (CDU).

mehr

Die Stationen

Hier findest du jeweils die Infos zu den einzelnen Stationen und unseren Partnern vor Ort.

Die lokalen Ergebnisse

In Schwerin träumt man davon, mit einer Sommer-Uni junge Menschen aus aller Welt anzuziehen. Bochum braucht mehr öffentlichen Raum zum Treffen und Reden. Und in Görlitz wünscht man sich neue Brücken über die Lausitzer Neiße, hinüber zur polnischen Nachbarstadt Zgorzelec. Für jede Station haben wir die Ergebnisse mit einer Ideenzeitung zusammengefasst. Hier findest du sie als PDF zum Download:

PDF
Schwerin in Bewegung
Mehr als 100 Ideen und Forderungen sind in Schwerin zusammengekommen, die nun mit der Ausstellung durch Deutschland reisen - als Inspiration zum Weiterspinnen. Unsere Ideen-Zeitung gibt den Überblick.
PDF
Görlitz in Bewegung
170 Ideen und Forderungen sind in Görlitz zusammengekommen, die nun mit der Ausstellung durch Deutschland reisen - als Inspiration zum Weiterspinnen. Unsere Ideen-Zeitung gibt den Überblick.
PDF
Mannheim in Bewegung
Mehr als 100 Ideen und Forderungen sind in Mannheim zusammengekommen, die nun mit der Ausstellung durch Deutschland reisen - als Inspiration zum Weiterspinnen. Unsere Ideen-Zeitung gibt den Überblick.
PDF
Bochum in Bewegung
200 Ideen und Forderungen sind in Bochum zusammengekommen, die nun mit der Ausstellung durch Deutschland reisen - als Inspiration zum Weiterspinnen. Unsere Ideen-Zeitung gibt den Überblick.
PDF
Finsterwalde in Bewegung
Mehr als 100 Ideen und Forderungen sind in Mannheim zusammengekommen, die nun mit der Ausstellung durch Deutschland reisen - als Inspiration zum Weiterspinnen. Unsere Ideen-Zeitung gibt den Überblick.
PDF
Erfurt in Bewegung
Über hundert Ideen und Forderungen sind in Erfurt zusammengekommen, die nun mit der Ausstellung durch Deutschland reisen - als Inspiration zum Weiterspinnen. Unsere Ideen-Zeitung gibt den Überblick.
PDF
Aachen in Bewegung
Mehr als 100 Ideen und Forderungen sind in Aachen zusammengekommen, die nun mit der Ausstellung durch Deutschland reisen - als Inspiration zum Weiterspinnen. Unsere Ideen-Zeitung gibt den Überblick.
PDF
Passau in Bewegung
Mehr als 100 Ideen und Forderungen sind in Passau zusammengekommen, die nun mit der Ausstellung durch Deutschland reisen - als Inspiration zum Weiterspinnen. Unsere Ideen-Zeitung gibt den Überblick.
PDF
Chemnitz in Bewegung
Mehr als 100 Ideen und Forderungen sind in Chemnitz zusammengekommen, die nun mit der Ausstellung durch Deutschland reisen - als Inspiration zum Weiterspinnen. Unsere Ideen-Zeitung gibt den Überblick.
PDF
Die Tour - 1 Jahr #InBewegung
Mehr als 1.500 Ideen und Forderungen sind auf unserer Tour durch ganz Deutschland zusammengekommen. Unsere Ideen-Zeitung gibt den Überblick und dient als Inspiration zum Weiterspinnen.

Presse

Hier findest du Interviews & Artikel zu "Die offene Gesellschaft in Bewegung":

 

  • "Die große Erkenntnis der offenen Gesellschaft ist eigentlich, dass sie nie fertig ist." Projektleiterin Mascha Roth im Interview mit DAS NETTZ. Mehr
  • "Wir haben viele gute Gespräche geführt und haben uns gefreut, dass sich die Menschen viel Zeit lassen." Der Wochenblatt Reporter berichtet über die Station in Mannheim. Mehr
  • "Wir setzen uns dafür ein, dass es Raum für Debatten und Begegnungen mit Menschen gibt, die sich normalerweise nicht begegnen." Die WAZ hat in Bochum mit Projektleiter Max Bohm gesprochen. Mehr
  • "Es braucht Gesprächsräume." Das VETO-Magazin hat Projektmanagerin Hannah Göppert in Görlitz begleitet. Herausgekommen ist diese lesenswerte Reportage. Mehr
  • Barbare Djassi hat für DAS NETTZ Tagebuch geführt und schildert ihre Eindrücke aus Schwerin, Görlitz, Finsterwalde und Erfurt. Mehr
  • "Finsterwalde ist ein Ort, wo es viel zivilgesellschaftliches Engagement gibt und wo starke Veränderungsprozesse stattfinden." Die Lausitzer Rundschau hat sich in Finsterwalde mit Franziska Schreiber von der Initiative Offene Gesellschaft unterhalten. Mehr
  • "Wir wollen Ausrufezeichen setzen." Die Passauer Neue Presse berichtet von den Wochen zur Demokratie. Mehr
  • "Jetzt erst Recht muss die demokratische Zivilgesellschaft Gesicht zeigen und sich Gehör verschaffen.“ Philip Husemann, Geschäftsführer der Initiative Offene Gesellschaft, zur Station in Chemnitz. Mehr

Unsere Förderer

OFFENE GESELLSCHAFT HABIBI.